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Grüner Salon „Gemeinwohl-Ökonomie“

Online, 07.05.2021
     
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Am Freitag, den 07.05.2021 lud die AG Wirtschaft der Grünen Bochum zum grünen Salon „Gemeinwohl-Ökonomie“ ein.

Auf dem Podium virtuellten Veronika Sharonova und Matthias Fehske von www.goodbalancer.org, Rolf Weber von https://web.ecogood.org/de/erw sowie das grüne Ratsmitglied Wolfgang Cordes, welcher sich u.a. im Aufsichtsrat der Stadtwerke Bochum engagiert. Im virtuellen Umfeld geübt und trotz einiger technischer Aussetzer souverän und professionell gestaltete Vicki Marschall den grünen Salon.

Hintergrund war u.a. der Koalitionsvertrag mit der SPD. Danach sollen 2 städtische Unternehmen eine GWÖ-Bilanz erstellen. Als erstes wird dabei an die Stadtwerke Bochum gedacht.

Die 16 Teilnehmer, i.d.R. aus dem grünen Umfeld, erlebten zunächst eine Vorstellung der Podiumsteilnehmer.
Rolf stellte seinen Weg zur GWÖ vor: Als Vorsitzender der in der Region tätigen Bürger-Energie-Genossenschaft www.beg-58.de war er 2011 auf der Intersolar in München und hat die Aussteller von Solarmodulen nach ihrem Nachhaltigkeitsengagement Nachhaltigkeit befragt. Anhand der Antworten trat eine große Ernüchterung ein: „Die Unternehmen wissen nicht, was Nachhaltigkeit ist. Es wird sich am Gewinn in Euro orientiert. So kann die Herausforderung der Klimakrise nicht geschafft werden.“ Auf der Suche nach Alternativen zum derzeitigen Wirtschaftssystem ist er auf die GWÖ aufmerksam geworden und hat mit vielen anderen Aktiven die Regionalgruppe Ennepe, Ruhr & Wupper (ERW) der GWÖ immer weiter entwickelt.

Veronika und Matthias stellten ebenfalls ihren Weg zur GWÖ vor: Als Digitalisierungs-Spezialisten haben sie in einer Beratungsfirma an großen Internet-Projekten gearbeitet. Mit der Zeit stellte sich ihnen die Sinnhaftigkeit dieser Arbeit: „Ob wir jetzt die Webseite eines Kunden von grün auf blau ändern, welchen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert erreichen wir damit?“ Bei ihrem Arbeitgeber stießen sie dann auch eine entsprechende Diskussion über Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung an. In diesem Zusammenhang sind sie auf die GWÖ aufmerksam geworden und waren direkt von der Idee der GWÖ überzeugt. Heute sind sie selbständig und verbinden ihr Wissen über Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Wolfgang stellte sein Aufgabengebiet „Wirtschaftliche Beteiligungen“ vor. Die Wirtschaftsthemen werden von ihm gemeinsam mit Vicki und Roland bearbeitet.

Nach der Vorstellungsrunde gab es viele Fragen, wie beispielsweise

  • Was ist denn das genaue Ziel der GWÖ?
  • [...] ein langjähriger Kollege hat einmal zu mir gesagt, Geld sei die Anerkennung der Institution "Unternehmen".  Was überzeugt euch, dass ein nennenswerter Anteil der Menschen sich über Nachhaltigkeitskriterien motivieren lassen?
  • Was ist der Unterschied zwischen der Ökobilanz eines Unternehmens und des GWÖ Nachhaltigkeitsberichts?
  • Es gibt ja auch Unternehmen, die international aufgestellt sind. Haben die überhaupt eine Chance einen GWÖ-Bericht zu erstellen?

Die Fragen wurden von Veronika, Matthias und Rolf zufriedenstellend beantwortet und danach ging es weiter in die Tiefe.

Rolf stellte die GWÖ-Matrix 5.0 und die damit verbundene Systematik vor.

Veronika und Matthias stellten das von Ihnen entwickelte Werkzeug www.goodbalancer.org vor. Mittels dessen kann ein Nachhaltigkeitsbericht für das eigene Unternehmen auf Basis der Gemeinwohl-Bilanz einfach und bequem online erstellt werden. Das Werkzeug unterstützt dabei optimal die interne Kommunikation bei der Erstellung des Berichts und bietet Erfahrungen aus anderen Unternehmen an. Damit wird die Berichterstellung effizienter und kann somit mit weniger Aufwand realisiert werden. Mittelfristig wird die Plattform zu einem Werkzeug zum langfristigen und kontinuierlichen Nachhaltigkeits-Management im Sinne der GWÖ weiterentwickelt. 

Auf die Nachfrage zum aktuellen Stand des Werkzeuges erläutert Veronika: Wir sind mit aktiv interessierten Pilot-Unternehmengestartet, die ab Februar diesen Jahres die Plattform getestet haben. Seit April steht das Werkzeug öffentlich zur Verfügung.

Zum Schluss der Veranstaltung hielt Wolfgang mit seiner Einschätzung für die zukünftige Entwicklung nicht hinter dem Berg: „GWÖ kann funktionieren.“

Pragmatisch für die Stadtwerke Bochum ist festzuhalten, dass diese bereits an einer GRI-Berichterstattung dran sind und Bochum deutschlandweit in Sachen Nachhaltigkeit vorne mitmischen will. Vor diesem Hintergrund macht es wenig Sinn, derzeit das Pferd von GRI nach GWÖ zu wechseln. Die Matrix der GWÖ soll allerdings als Vorlage genutzt werden, um die GRI-Berichterstattung auf Vollständigkeit zu prüfen.