Ennepe-Ruhr-Wupper

Online-Workshop zur GWÖ an der Evangelischen Akademie Villigst

Online, 19.02.2021
     
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Gemeinwohl-Ökonomie – Wirtschaft neu denken

Unter diesem Thema trafen sich mehr als zwanzig Interessierte am 19. Februar 21 zu einem Online Workshop, der von der Evangelischen Akademie Villigst und der Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie Ennepe, Ruhr & Wupper (GWÖ-ERW) veranstaltet wurde.

Als kompetenter GWÖ-Referent konnte Tobias Dauer aus Münster durch  Frau Thea Jacobs von der Akademie und Josef Quanz von der GWÖ-ERW gewonnen werden.

Tobias zeigte in seinem Workshop sowohl spielerisch als auch durch Inputs mit grundlegenden Informationen die Folgen unseres bisherigen Wirtschaftens auf. 

Wie zerstören wir die Grundlagen unseres Lebens?

Dies wurde sehr eindrücklich in dem digitalen Ressourcenspiel, welches von allen Teilnehmenden gespielt wurde. Ein nur auf Gewinne zielendes Wirtschaften schafft u.a. soziale, demokratische, klimatische und ökologische Probleme. Mit unserem heutigen Wirtschaften brauchten wir mehrere Erden.

147 Großkonzerne kontrollieren 40% der Weltwirtschaft, viele dieser Konzerne sind verschachtelt durch weitere Unternehmen, die sie kontrollieren. Folgen dieses Wirtschaftens wurden verdeutlicht:

  • Klimawandel mit immer neuen Hitze-, Kälte- und Unwetterrekorden
  • Ausbeutung der Ressourcen der Erde
  • Ausbeuterischen Arbeitsbedingungen 
  • Missachtung der Menschenrechte in vielen Bereichen
  • keine demokratischen Entscheidungen in vielen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen

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Das wirft die Frage auf: Wie wollen wir wirtschaften? 

Eine Maxime kann die Aussage von Hans Jonas von 1979 sein: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden“

Oder wie Christian Felber sagt: 

„Unser jetziges Wirtschaftssystem steht auf Kopf. Das Geld ist zum Selbst-Zweck geworden, statt ein Mittel zu sein für das, was wirklich zählt: ein gutes Leben für alle.“ (Christian Felber)

Die Gemeinwohl-Ökonomie bietet ein alternatives Wirtschaftsmodell an, hin zu einer ethischen Marktwirtschaft. Das Ziel ist nicht die Vermehrung von Kapital, sondern ein gutes Leben für alle, in dem die 

  • Menschenwürde geachtet wird, 
  • solidarisch,
  • gerecht,
  • ökologisch nachhaltig, 
  • transparent und 
  • demokratisch gewirtschaftet wird. 

Online-Memory zur Gemeinwohl-Ökonomie

Aussagen zu Strategien und Grundlagen der Gemeinwohl-Ökonomie wurden abschließend spielerisch mit dem Online memory erarbeitet. Die Teilnehmenden deckten online die Spielkarten mit GWÖ-Thesen auf und suchten dazu die passende Karte der herkömmlichen kapitalistischen Wirtschaftsform. Dies regte die Diskussion und den Austausch zu einzelnen Themengebieten an. 

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Den Abschluss dieser erfolgreichen Veranstaltung bildete eine Reflexions- und Rückmelderunde. Hier kam es ausschließlich zu  positiver Kritik, die besonders an Tobias Daur für seine sehr kompetente und abwechslungsreiche Gestaltung und Durchführung des Workshops  und Frau Jacobs für den organisatorischen und planerischen Rahmen ging.

Gewünscht wurde von Teilnehmenden eine mögliche Veranstaltung zur GWÖ auch für Entscheidungsträger*innen.

- Josef Quanz 02/21 -