Hamburg

Idee & Vision   Unsere Arbeit   Die Bewegung   Aktiv werden  

Kampagne "Gemeinwohl-Produkt JETZT!" richtet sich an G20-Staatschefs

Hamburg, 25.10.2021
     
211019-Economy for the Common Good-quer_DE3.jpg

Die Wirtschaft in eine gesunde Balance bringen - mit dem Gemeinwohlprodukt


Die Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg begrüßt und unterstützt den

Aufruf an die G20-Staatschefs*: Gemeinwohlprodukt JETZT

Corona hat unsere Leben durcheinander gewirbelt wie ein Orkan. Doch was kommt nach dem Sturm? Es wird immer klarer, dass unsere Normalität das eigentliche Problem war und dass wir jetzt das gesellschaftliche Momentum nutzen müssen. JETZT ist die Gelegenheit, ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem zu schaffen, das weitere soziale und ökologische Krisen verhindert.

  • Jetzt ist die Zeit, eine klare Botschaft an die Führungskräfte der Welt zu senden, die G20.
  • Jetzt ist die Zeit für einen fundamentalen Wandel unserer Volkswirtschaften.
  • Jetzt ist die Zeit für einen Paradigmenwechsel.
  • Geld ist nicht das Ziel der Wirtschaft. Es ist das Mittel, um das Gemeinwohl zu mehren.

Vom 30. - 31. Oktober 2021 findet in Rom der G20-Gipfel statt. Die Gemeinwohl-Ökonomie nutzt diesen als Sprungbrett der weltweiten Kampagne Gemeinwohlprodukt JETZT.

Jeder und jede kann unterschreiben – besonderes Hintergrundwissen wird nicht gebraucht.

Unterschreiben Sie die Petition jetzt und verbreiten Sie sie weiter!

https://secure.avaaz.org/community_petitions/en/g20_leaders_common_good_product_now/

Warum hat die Gemeinwohl-Ökonomie diese Kampagne gestartet?
Weil das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht dazu geeignet ist, das Gedeihen der Menschen und des Planeten zu fördern.
Es zeigt den Entscheidungsträgern nicht, wie nachhaltig unsere Volkswirtschaften wirklich sind. Das BIP zielt darauf ab, das Wachstum zu steigern, ohne Rücksicht auf die planetarischen Grenzen und somit auf Kosten künftiger Generationen.

Es gibt jedoch alternative Maßstäbe, die es Gesellschaften ermöglichen, nachhaltiger zu werden. Das Gemeinwohlprodukt ist eine solche neue innovative Messgröße.
Das Gemeinwohlprodukt soll von politischen Entscheidungsträgern und Gesellschaften genutzt werden kann, um die Grenzen des BIP zu überwinden. Anstelle von endlosem Wachstum auf einem begrenzten Planeten zielt es darauf ab, das Wohlergehen von Mensch und Natur zu steigern.

211019-Economy for the Common Good-quer_DE11.jpg

Das Ziel der Kampagne

Das übergreifende Ziel der Kampagne ist es, weltweit ein starkes Zeichen zu setzen, dass ein fundamentaler Wandel unserer Art zu Wirtschaften jetzt möglich und notwendig ist.

Das Ziel ist es, die einfache Idee des Gemeinwohlprodukts bekannter zu machen und die Forderung einer Neuausrichtung der Wirtschaft an die höchste Ebene globaler Governance – die G20 – zu richten.

Das Gemeinwohlprodukt stellt für die Kampagne ein ideales Instrument dar – auf eine konstruktive Art und Weise öffnet es Horizonte und ermöglicht ein wirtschaftliches Umsteuern.

Die Botschaft ist: Es gibt Alternativen zum "Raubtierkapitalismus", d.h. zum heute überwiegend praktizierten Wirtschaften, bei dem Planet, Mensch und Natur für Profite geopfert werden.

Wir können das System von innen anpassen durch die Anwendung des Gemeinwohlprodukts.

Jeder und jede kann unterschreiben – besonderes Hintergrundwissen wird nicht gebraucht.

Unterschreiben Sie die Petition jetzt und verbreiten Sie sie weiter!

https://secure.avaaz.org/community_petitions/en/g20_leaders_common_good_product_now/

Außerdem freuen wir uns, wenn Sie die Kampagne selbst tatkräftig weiterverbreiten bzw. empfehlen.
Hierzu können Sie folgende Materialien nutzen:

Die Kampagne wird von zahlreichen Persönlichkeiten weltweit unterstützt.
Aus dem Norden sind dabei:

UnterstuetzendeGWÖNord.PNG
  • der FC Sankt Pauli
  • Carolin Stüdemann (Geschäftsführerin Viva con Agua)
  • Stefan Völkel (Geschäftsführer Voelkel, die Naturkostsafterei)

 

Weitere Kampagneninfos finden Sie auf der zentralen Kampagnenseite der Gemeinwohl-Ökonomie (auf Englisch): https://cgp.ecogood.org/

 

Die Petition auf AVAAZ.org und der offene Brief sind auf Englisch: Hier die Übersetzung ins Deutsche:

Gemeinwohlprodukt, jetzt!
Offener Brief an die Staatschefs der G20

Sehr geehrte Exzellenzen,

wir, die Unterzeichnenden, fordern Sie, die Staats- und Regierungschefs der G20, auf, die Führung für einen Übergang zu einem wirklich nachhaltigen Wirtschaftssystem zu übernehmen. Eines, das sich am Gemeinwohlprodukt und nicht am Bruttoinlandsprodukt misst.


Ein Wirtschaftssystem kann nur dann sozial gerecht und ökologisch nachhaltig sein, wenn es über eingebaute Strukturen verfügt, die Schaden verhindern und Anreize für verantwortungsvolles Verhalten schaffen. Jetzt, nachdem Covid unsere Normalität verwüstet hat wie ein Hurrikan, der über die Küste fegt, und der Klimawandel unsere Existenz bedroht, müssen wir den Schwung nutzen, um den Übergang zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu schaffen. Anstatt Symptome zu behandeln, müssen wir die Ursache unserer globalen Krise angehen: unsere derzeitige Art, wirtschaftlichen Erfolg zu messen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nicht dazu geeignet, das Gedeihen der Menschen und des Planeten zu fördern. Es zeigt den Entscheidungsträgern nicht, wie nachhaltig unsere Volkswirtschaften wirklich sind. Das liegt daran, dass Geld nicht das Ziel der Wirtschaft ist. Es ist das Mittel, um das Gemeinwohl zu steigern. Das BIP-Wachstum ist kaum mehr als eine Ansammlung von Markttransaktionen, die in Geldwerten gemessen werden, wie z. B. die Produktion und der Verkauf von T-Shirts oder Waffen, unabhängig davon, ob sie zum menschlichen Wohlergehen beitragen - oder ihm schaden. Das BIP zielt darauf ab, das Wachstum zu steigern, ohne Rücksicht auf die planetarischen Grenzen und somit auf Kosten künftiger Generationen.

Es gibt jedoch alternative Maßstäbe, die es Gesellschaften ermöglichen würden, nachhaltiger zu werden. Das Gemeinwohlprodukt verlagert den Schwerpunkt der Erfolgsmessung von den Mitteln (finanzielles Wachstum) auf die Ziele (Gemeinwohl). Das Gemeinwohlprodukt ist eine solche neue innovative Messgröße, die von politischen Entscheidungsträgern und Gesellschaften genutzt werden kann, um die Grenzen des BIP zu überwinden. Anstelle von endlosem Wachstum auf einem begrenzten Planeten zielt es darauf ab, das Wohlergehen von Mensch und Natur zu steigern. Das Gemeinwohlprodukt hilft den Politikern, Gesetze auf der Grundlage ihres tatsächlichen Beitrags zum Gemeinwohl zu erlassen und Fortschritte in Bereichen wie Klimasicherheit, ökologische Regeneration, Gesundheit, Armutsbekämpfung oder Gleichberechtigung zu verfolgen. Mit einem solchen Rahmen wäre es einfacher, Anreize für wirtschaftliche Aktivitäten zu schaffen, die zum Gemeinwohl beitragen, während Trittbrettfahrer auf höhere Hürden stoßen würden als heute.

In einem demokratischen Bottom-up-Prozess könnten die gemeinsamen Werte und Ziele der Gesellschaft definiert werden. In einem partizipativen und inklusiven Prozess festgelegt, kann er die Grundwerte einer Gesellschaft einbeziehen und so unsere Demokratien und die Mitgestaltung unserer gemeinsamen Zukunft stärken. Das Produkt "Gemeinwohl" kann gleich zwei Probleme lösen: die mangelnde Beteiligung der Bürger an grundlegenden politischen Entscheidungen und einen durchsetzungsfähigeren Kompass für unsere Wirtschaft.

Es besteht ein wachsender globaler Konsens darüber, dass es Zeit für einen grundlegenden Wandel in unseren Volkswirtschaften ist. Es ist Zeit für einen radikalen Wandel unserer Denkweise. Die Annahme und Förderung des Gemeinwohlprodukts kann ein mächtiger Hebel sein, um diesen Wandel herbeizuführen.
Robert Kennedy sagte 1968: "Das Bruttoinlandsprodukt misst alles, außer dem, was das Leben lebenswert macht." Das Bruttoinlandsprodukt ist nicht das einzige Maß für den nationalen Fortschritt - und kann es auch nicht sein. Deshalb fordern wir Sie auf, unsere Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, indem Sie die Entwicklung und Einführung eines Gemeinwohlprodukts auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene ermöglichen.
Exzellenzen, die Zeit, unser Wirtschaftssystem zu ändern, ist gekommen. Ihre politische Führung ist dringend erforderlich.


Mit freundlichen Grüßen,
Internationale Gemeinschaft verantwortungsbewusster Unternehmen


#commongoodproduct